Gasprüfung G 607: Was bedeutet sie fürs Wohnmobil?
Die Gasprüfung nach G 607 kontrolliert, ob Flaschenanschluss, Leitungen und Geräte dicht sind und sicher arbeiten. Für privat genutzte Wohnmobile ist sie keine Voraussetzung für die Hauptuntersuchung mehr – sinnvoll bleibt sie trotzdem.
Was hinter G 607 steckt
G 607 ist ein Arbeitsblatt des DVGW, des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches. Es beschreibt, wie Flüssiggasanlagen in Freizeitfahrzeugen wie Wohnmobilen und Wohnwagen installiert, betrieben und geprüft werden. Wenn von der „Gasprüfung nach G 607“ die Rede ist, meint man die wiederkehrende Kontrolle der gesamten Anlage: vom Flaschenanschluss über Regler, Schläuche und fest verlegte Leitungen bis zu Heizung, Kocher, Kühlschrank und Boiler. Für Fahrzeuge, die gewerblich mit Gas arbeiten – etwa Imbisswagen –, gibt es mit G 608 ein eigenes Regelwerk.
Pflicht oder Empfehlung?
Für privat genutzte Wohnmobile ist die Gasprüfung in Deutschland heute keine Voraussetzung mehr für die Hauptuntersuchung. Empfohlen wird sie trotzdem, üblich ist ein Rhythmus von zwei Jahren. Anders sieht es bei gewerblicher Nutzung aus: Wer Wohnmobile vermietet, muss die Anlagen nach den Unfallverhütungsvorschriften regelmäßig prüfen lassen. Unabhängig davon verlangen manche Campingplätze, Fähren und Versicherer einen gültigen Nachweis. Was Ihre Versicherung erwartet, steht in den Vertragsbedingungen oder erfahren Sie auf Nachfrage.
Was bei der Prüfung kontrolliert wird
Den genauen Ablauf legt die sachkundige Person fest. Typischerweise gehören dazu:
- Sichtprüfung von Flaschen, Halterung, Gaskasten und Leitungen – sind Schläuche und Regler unbeschädigt und nicht überaltert? Schläuche und Regler tragen ein Herstelldatum.
- Dichtheitsprüfung der Anlage mit einem Messgerät, das einen Druckabfall erkennt. Diese Prüfung ist mit Hausmitteln nicht zu ersetzen.
- Funktionsprüfung der Geräte: Zünden die Brenner sauber, schließen die Zündsicherungen, wenn die Flamme ausgeht?
- Abgasführung von Heizung und Boiler – sitzt der Kamin fest, ist er dicht, ist nichts beschädigt?
- Belüftung: Die Bodenentlüftung im Gaskasten und die Zwangslüftungen im Innenraum müssen frei sein. Flüssiggas ist schwerer als Luft und muss nach unten abfließen können – mehr zum Gaskasten im Ratgeber 11-kg- oder 5-kg-Gasflasche.
Ist alles in Ordnung, erhalten Sie eine Prüfbescheinigung und eine Plakette mit dem Datum der nächsten empfohlenen Prüfung.
Eingriffe an der Anlage gehören in Fachhände
Fest verlegte Leitungen, Verschraubungen, Geräteanschlüsse und Absperrhähne sind Sache der Fachwerkstatt. Das gilt auch, wenn ein Teil frei zu kaufen ist: Ob eine Verbindung wirklich dicht ist, zeigt erst die Prüfung mit Messgerät. Den Flaschenanschluss beim Flaschenwechsel stellen Sie selbst her – nach Anleitung des Reglers und mit anschließender Lecksuche am Anschluss, etwa mit Lecksuchspray.
Wann eine Prüfung außer der Reihe sinnvoll ist
- nach dem Kauf eines gebrauchten Wohnmobils ohne aktuellen Nachweis,
- nach Umbauten, dem Tausch von Geräten oder dem Einbau einer Außengassteckdose,
- nach längerer Standzeit oder einem Unfall, bei dem der Gaskasten betroffen war,
- bei Gasgeruch, gelber oder unruhiger Flamme, Zündproblemen oder Rußspuren am Kamin.
Heizen während der Fahrt
Wer die Gasheizung auch während der Fahrt betreiben will, braucht eine Sicherheitseinrichtung, die bei einem Unfall die Gaszufuhr unterbricht – etwa einen Regler mit Crashsensor. Ob Ihr Fahrzeug so ausgerüstet ist, sehen Sie in den Unterlagen oder erfahren Sie bei der Prüfung. Ohne diese Ausstattung bleibt das Flaschenventil während der Fahrt zu.
Kochen im Fahrzeug: was erlaubt ist
Der eingebaute Kocher ist für den Betrieb im Innenraum vorgesehen, braucht aber Frischluft: Dachluke oder Fenster öffnen, Zwangslüftungen nie zukleben – und den Herd nie zum Heizen verwenden. Ein CO-Melder in Schlafnähe ist eine sinnvolle zusätzliche Warnebene. Mobile Kartuschen- und Flaschenkocher oder Grills gehören dagegen ins Freie. Warum, erklärt der Ratgeber Camping-Kocher: Gas oder elektrisch? Wie viel Gas noch in der Flasche ist, lesen Sie unter Gasflasche leer? Füllstand ermitteln.
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Gaswarner und CO-Melder ergänzen die geprüfte Anlage, ersetzen sie aber nicht. Auf die Montagehöhe kommt es an – siehe Ratgeber Gaswarner und CO-Melder.
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Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte die Gasanlage geprüft werden?
Wer darf die Gasprüfung durchführen?
Wird der Nachweis irgendwo verlangt?
Ersetzt ein Gaswarner die Prüfung?
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